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Die Dokumentation soll dazu dienen Brauchtümer und Vergangenes besser begreifbar zu machen. Hier finden Sie eine Aufstellung der Beiträge die ihnen hierbei helfen können:
- Lenauheimer Tracht in München vorgestellt
- Bilder der Klassentreffen 1946-47-48-49
- Allerheiligen in Lenauheim 2009
- Kirche in Lenauheim feiert ihr 231. Kirchweihfest
- Lenauheimer Kirche ist 230 Jahre alt
- Ein Stück mehr Lebensqualität
- Das Jahr mit seinen Monaten
- E Weihnachtsgschicht aus dr aldi Heimat
- Wintertradition: "Worschtmache"
- Allerheiligen im Jahr 2005
- 227. Kirchweihfesttag
- Lenau und Eminescu
- Annie Schmidt-Endres
- Wie war es Früher?
- Was zum schmunzle'!
- Vom Kohlebrenner zum Bauer!
- Sonnengold & Poesie
- Altes Bauernherz
- Gfoppt un gekloppt (Anekdote)
In München, wurde unter anderen Trachten, beim Schwabenball am 23. Januar 2010 eine Lenauheimer Tracht vorgestellt, die schon fast hundert Jahre alt ist. Sicherlich lässt so eine Präsentation die schaulustigen Teilnehmer hingucken.
Es ist eine Frauentracht, bestehend aus: drei plissierte Unterröcke, unter denen sich ein "Hansel" befindet, ein weißer Faltenoberrock und ein weißes Hemd. Die schwarze Schürze hat einen schönen Spitzeneinsatz, das seidene Halstuch, in blau, viele Fransen.
So könnte man die Tracht, die Christine Rosenhoffer schon desöfteren in München und Umgebung, mit Stolz getragen hat, beschreiben. In diesem Fall geht es um eine Lenauheimer schwäbische Tracht die in vierter Generation getragen wird.
Die Tschataderin/Lenauheimerin Elisabeth Britz, geb. 1898, später verehelichte Bieber aus der Wertsgass, hat als "groß Mäde" sich eine Mädchentracht/Frauentracht, zum Selbsttragen gelegentlich verschiedener Anlässe, angefertigt. Die Ankleidung der Festtracht, erfolgte bei Kerweifesten, Trachtenfesten und besonderen Dorffesten. Die Tracht wurde immer wieder gepflegt und gut aufbewahrt. Frau Bieber hat die Tracht an ihre Tochter Anna, geb. 1922, später verheiratete Rosenhoffer weitergegeben. Sie hat sie, wie schon ihre Mutter, gehegt und gepflegt und bei Festtagen in Lenauheim, getragen. Es kam das "Flüchten", Deportation in die Sowjetunion, Baragandeportation, also das verlassen der Heimat. Die Tracht wurde immer gut aufbewahrt und nie aufgegeben. Es sollte sich lohnen denn die nächste Generation: Liesl Rosenhoffer, geb. 1953 auf dem Baragan, kam nun auch in den Genuss des Tragens der Tracht. Sie zeigte sich damit bei Trachtenbälle und Kerweifeste in Lenauheim. Liesl führte sozusagen das Vermächtnis weiter. Es kam die Aussiedlung aus dem Banat. Jeder von uns hat dies mitgemacht und weiß an was man alles denken musste. Auch diesmal entledigte man sich nicht der schwäbischen Mädchentracht. Ein Platz im Gepäck wurde auch dafür gefunden. Es war auch gut so, denn die Nichte von Liesl: Christine Rosenhoffer, geb. 1977 Temeschburg, ist Mitglied in der Trachtengruppe des Kreisverbandes München, der Landsmannschaft der Banater Schwaben und ist somit die vierte Generation aus der Familie, die die Tracht trägt. Einiges musste schon erneuert werden aber der Faltenoberrock, ein Unterrock, die Bluse also das weiße Hemd und das seidene Halstuch, in blau, mit den Fransen, sind originell angefertigt von Frau Elisabeth Bieber.
Wir wünschen der Trachtenträgerin noch viele Auftritte mit dem "guten alten Stück" und laden sie gerne ein, auch beim Lenauheimer Treffen teilzunehmen um die Tracht unseren Landsleuten vorzustellen.
Jahrgang 1946-47-48 beim Jahrgangstreffen 2009 in Königsbrunn/Bayern untere Reihe v.l.n.r. Anni Preisach, geb. Gaspar, Käthe Minnich, geb. Lind, Helga Fronek-Binder, Elisabeth Ostoin, geb. Volk, Emma Bauer, geb. Müller, Lehrerin Katharina Dittiger, geb. Schneider, Karl Endres, Annemarie Endres, geb. Klein. obere Reihe v.l.n.r. Ewald Preisach, Karl Minnich, Änni Minich, geb. Rosenhoffer, Lorenz Minnich, Franz Seiler, Katharina Seiler, geb. Sehi, Erika Marx, geb. Burger, Dieter Marx, Horst Kauten, Gerlinde Kauten, geb. Trapp |
Jahrgang 1949 beim Jahrgangstreffen 2009 in Königsbrunn/Bayern obere Reihe v.l.n.r. Hans Färber, Nikolaus Wolz, Ludwig Fetscher, Martha Brück, geb. Hartmann, Margarethe Graf, geb. Lutz, Helga Jakoby, geb. Schütt untere Reihe v.l.n.r. Hilde Taugner, geb. Rosenhoffer, Klassenlehrerin Katharina Dittiger, Lucia Wirsching geb. Clontau |
Jahrgang 1959 beim Jahrgangstreffen 2009 in Königsbrunn/Bayern Untere Reihe v.l.n.r. Helene Richter, geb. Merscham; Hannelore Schütz, geb. Völker; Karin Krohn, geb. Weber; Herta Zeumann, geb. Menser; Rita Blum, geb. Wendling und Adelheid Poledna, geb. Kaiser. Mittlerer Reihe v.l.n.r. Hans Fuchs; Jakob Britz; Erwin Giulvezan und Gerlinde Messmer. Obere Reihe v.l.n.r. Erwin Dittiger; Werner Staudt; Oskar Frauenhoffer; Alfred Geiger und Hans Lischko. |
Die jährlichen Gedenktage für Verstorbene bei Katholiken sind Allerheiligen und Allerseelen. Sie werden am 1. und 2. November begangen. An beiden Tagen wird der Verstorbenen gedacht. An Allerheiligen stehen alle Heiligen im Mittelpunkt. Für den Tag werden auch die Gräber auf den Friedhöfen von den Angehörigen geschmückt. Bei Katholiken wird an Allerheiligen das "Seelenlicht" entzündet, das auch noch am darauffolgenden Allerseelentag leuchtet.
Auf dem katholischen Friedhof in Lenauheim wird auch dieses Jahr, am 1. November ein Totengedenken veranstaltet. Der zuständige Seelsorger Pfarrer Marin Maties wird sich um 15 Uhr, nach einem Gottesdienst in der Lenauheimer Kirche, mit den Gläubigen auf dem Friedhof treffen. Am Kreuz im Mittelweg wird an unsere Verstorbenen die auf dem Gottesacker liegen und auch fern ihrer Heimat ihre letzte Ruhe fanden gedacht. Anschließend werden die wenigen noch verbliebenen Gläubigen an den Gräber eine Kerze anzünden und dabei einige Gebete sprechen. Das Friedhofsglöcklein wird dieses Gedenken verkünden.
| Schlagt Wurzeln neu! aus "Gedenket der Helden!" von Annie Schmidt-Endres In diesem Land schon Meine Wiege stand, Schon bin ich Hier geboren. Hab der Väter Heimat Nie gekannt, Ihr Bild blieb mir Verloren. Und kann ich nicht An Gräbern stehn, Bleibt heilig doch Der Erde Grund, Wo unsre teuren Toten ruhn, Ich grüße sie Zu jeder Stund. Ich grüße sie Aus jungem Raum, Der muttergleich Mich hier umschloß,- Und bin Nach schlichter Ahnenart Der neuen Heimat Treuer Sproß. |
Das von der HOG neu aufgestellte Holzkreuz |
Trachtenpaare der letzten Kerweih im Jahre 1985 |
Ein Blick in die katholische Kirche |
Kirchweihfeste werden heut zu Tage überall angekündigt. Jede Gemeinde macht es nach Möglichkeiten. Die einen hängen Plakate an Straßenlaternen, die anderen lassen es per moderne Medien zu dem Bürger gelangen. Man will immer wieder den Menschen, den Gläubigen daran erinnern dass es wieder Mal so weit ist im Jahreskreis das Kirchweihfest zu feiern. Sicherlich sind die Traditionen von Gebiet zu Gebiet verschieden, aber im Endeffekt wird überall ein Gottesdienst in der betreffenden Kirche gefeiert. Der weltliche Teil des Festes kam auch nie zu kurz und wird heute noch, genau so fröhlich wie früher, veranstaltet.
Dasselbe gilt auch für die Heimatortsgemeinschaft Lenauheim, ihre Mitglieder werden die schönen Kirchweihfeste in der Heimatgemeinde Lenauheim nie vergessen. Obwohl sie nicht immer am 15. Oktober weltlich gefeiert werden konnten, fand man immer einen Ausweichtermin für das Fest des Ortes. Dieses Jahr feiert unsere Heimatkirche, die als Schutzpatronin die Heilige Theresia hat, zum 231. Mal. Eine Zahl die nicht viel aussagt, aber könnte unsere Heimatkirche von all diesen Jahren erzählen, so würde Einiges über unser Schwabentum aus dem Banat, in die heutige Zeit herübergebracht werden.
Wir wollen aber der Gegenwart in das Auge blicken und uns an letztes Jahr erinnern, als eine große Zahl von Lenauheimer in die alte Heimat reisten, sich freuten einem Gottesdienst in der Kirche unserer Kindheit beizuwohnen.
Die neu gestiftete Fahne der Heimatortsgemeinschaft Lenauheim wurde im Beisein von den Mitgereisten und den Kommunalbehörden, von dem zuständigen Priester geweiht. Wir erlebten ein Stück Heimat, was die Kirche in uns leben läst, wie in allen Jahren als unsere Ahnen dort lebten.
In diesem Sinn hatten auch die Jugendlichen im Jahre 1985 ein letztes aufbäumen gezeigt, sich die schönen Banat-Schwäbischen Trachtenkleider angelegt, den Gottesdienst mit gestaltet und im Anschluss im "Großwertshaus" das Kirchweihfest gefeiert. Ein Teil von ihnen hatte am 19. September 2009, gelegentlich des Lenauheimer Heimattreffens in Königsbrunn, die bunten Trachtenkleider angelegt und in Gedanken gemeinsam mit unserem Heimatpriester Dürbach, einen Gottesdienst wie in der Heimatkirche gefeiert.
Bildlich wollen wir, durch die Einsendung des Gruppenbildes durch Nikolaus Dornstauder und durch eine Aufnahme vom Sommer 2009 in der Lenauheimer Kirche, ihnen das Kirchweihfest 2009 in Erinnerung bringen.
Die Trachtenpaare von 1985, von links nach rechts: Rosenzweig Renate - Koch Norbert; Ciobanu Andrea-Seiler Raimund; Rosenhofer Heidrun-Federspiel Manfred; Michels Renate-Sosu Werner; Taugner Monika-Fetscher Gerd; Klein Karin-Reiter Reinhard; Weyer Linda-Giel Günther; Jivan Anni-Rosenhofer Horst (2. Geldherr); Lowitz Karine-Jivan Reini; (1. Geldherr ); Merscham Christine-Rössner Helmuth; Kleemann Ingrid-Toth Dietmar; Reiter Helga-Rössner Hans; Saus Helmi-Lischko Horst; Dinyer Heidrun-Amschlinger Harry; Ciobanu Liane-Frahler Horst; Toth Hedi-Dornstauder Niki;Unbekannt-.Reiter Arnold.
Die Heimatortsgemeinschaft Lenauheim, hat mit einigen Landsleuten Anfang September 2008, beim Besuch in der alten Heimat, die Gelegenheit wahrgenommen in "unserer" Kirche, gemeinsam mit den dort lebenden Gläubigen einen Gottesdienst zu feiern. Das Gefühl mal wieder in der Heimatkirche zu beten, zu singen, aber auch zu sich zu finden, ist schon was Besonderes. Dies ist aber nur ein Teil von den Gedanken die man sich in oder um die Kirche macht. Sobald man das Portal zur Kirche erreicht und das Gotteshaus betrachtet, fällt die Jahreszahl 1778 einem in das Auge. Ja richtig wir schreiben das Jahr 2008 und somit hat die Lenauheimer Kirche ein rundes Jubiläum in diesem Jahr. Nämlich das stolze Alter von 230 Jahren. Innen könnte sicherlich das eine oder andere handwerklich ausgebessert werden. Bei manchen Gegenständen würde schon eine Reinigung mit einem Tuch und etwas Wasser weiterhelfen. Leider geschieht dies nur noch ein oder zwei Mal im Jahr, zu besonderen Anlässen.
Der Außenbereich ist mittlerweile auch schon wieder witterungsbedingt in Mitleidenschaft gezogen worden. Seit der letzten Außenrenovierung, im Jahre 1992, bröckelt der Putz an verschiedenen Stellen. Dies ist größtenteils durch die Feuchtigkeit bedingt die im Mauerwerk steckt. Das Dach, mit seinen alten Dachziegeln zeigt auch immer mehr Mängel auf und wurde Wasserdurchlässig, wobei eine kleine Stelle von der Decke heruntergefallen ist. Zur Erneuerung des Regenwasserablaufsystems liegen Angebote bei dem zuständigen Herrn Pfarrer, für eine Entscheidung, bereit. Da müsste dringend etwas unternommen werden. Die Außenanlage wird so gut wie möglich mit der Hilfe der Heimatortsgemeinschaft gepflegt. Das größte Problem ist immer die richtigen Menschen zu finden, die diese Arbeiten bewusstvoll und richtig ausführen.
Dies alles ist auch zurückzuführen das die Kirche von unseren Mitmenschen durch die Auswanderung verlassen wurde. Die Zurückgebliebenen und dazugekommenen Katholiken, sind durch die zusammengeschrumpfte Gemeinde (mittlerweile eine Filialgemeinde der Pfarrei Lovrin) nicht in der Lage die Kirche zu unterstützen.
Das gleiche gilt auch für den zuständigen Priester. Er hat 7 Kirchen zu betreuen und diese liegen einige Kilometer auseinander. Diese Kirchen sind alle in ähnlichem Zustand wie die Lenauheimer Kirche.
Zum Geburtstag wünschen wir unserer Kirche, die unter Denkmalschutz steht, eine gute Zukunft und vielleicht ergibt sich immer wieder eine Möglichkeit und Mittel, sie in einem ansehbaren Kleide zu behalten.
Unser Landsmann Karl-Hans Gross (1928-2005) hat zutreffende Worte für die Heimatkirche in Lenauheim, in dem Gedicht "Die Kirche", gefunden. In der Folge möchten wir virtuell mit dem Dichter seinen Zeilen durch das Gotteshaus schweifen und unsere Erinnerungen wach werden lassen.
Ich trete ein zum Hauptportal, von Stille rings umfangen, weit öffnet sich der Kirchensaal, den Frieden zu erlangen. Die Glocken sind mir eng vertraut Und auch der Orgel Tönen, als Ministrant war ich erbaut von dem Sakralen, Schönen. Vom Hauptaltar, dem Kirchenschmuck, den heiligen Figuren, geschnitzter Zier, geformtem Stuck und den Architekturen. Beeindruckend-das Meisterwerk, läßt sich zum Ganzen fügen, barocken Stils im Augenmerk, in allen Raumbezügen. Rocaillen und Akantusblatt, Pilaster und Lisenen, harmonisch und auch adäquat sind die gemalten Szenen. Bedeutungsvoll das Heiligbild Theresiens im Retabel, die Schutzpatronin schön und mild, verklärt und respektabel. |
Hinan zur Decke schweift der Blick, zartblau getünchter Himmel und tausendfach blinken zurück Goldsternchen im Getümmel. Zum Fenster strahlt die Sonne ein, ihr Licht flimmert im Schatten, es flutet hin zum Brunnenschrein und eilet fort, vonstatten. Gebürtige sind immer mal Am Taufbrunnen zugegen, dem Täufling wird im Ritual der Sündenfall vergeben. Gleich wann, wohin die Zeit verschlägt Die Töchter mit den Söhnen, die Leidenschaft ihr Herz bewegt, dem Heimatort zu frönen. So ist denn Lenau auch ein Kind, des Dorfes Sohn-wir lieben, des Niembschen Taufnamen doch sind Nikolaus Franz geblieben. Nun steh` ich da an dieser Stätt` Gedankenvoll im Sinnen, berühr`den Taufstein ganz diskret und fliehe dann von hinnen. |
Sie ist ganz sicher nicht alltäglich, die Geschichte von Norbert Koch. Es ist eine Geschichte zum Nachdenken. Über das Leben. Über die wahren Werte, die man allzu leicht vergisst. Es ist aber auch eine Geschichte die Mut macht. Eine Geschichte "die zeigt, was man leisten kann", sagt Koch. "Wenn man nur will." Norbert Koch ist 37. Er sitz ...
Den Bericht aus der Zeitung "Der Sonntag / Karlsruhe" vom 8. Januar 2008 finden Sie hier als PDF-Datei zum durchlesen.
Immer wenn beginnt ein Jahr, kommt zuerst der Januar. Dieser Monat ist sehr kalt, nicht beliebt bei jung und alt. Langsam geht er, Schritt um Schritt, bis ihn Februar vertritt. Der ist ebenfalls berüchtigt, aber kurz, das ist wichtig. Unverhofft, so wie im Scherz, aufmarschiert der Monat März. Klingend tropft er wasserreich: "Seht ich bring den Frühling Euch"! Doch die Zeit die steht nicht still. Nach dem März kommt der April, so ein launischer Gesell. Schnee und Regen, trüb und hell. Kaum ist diese dann vorbei, Einzug hält der schöne Mai. Bunte Fahnen, grüne Bäume, bunte Blumen, Jugendträume. Bleib doch Mai! - so mancher denkt, doch der Juni ihn verdrängt. Er will unsere Freude mehren, durch die saft`gen Walderdbeeren. Und nach dieser schönen Zeit, kommt die Julihitze, denn der Sommer, wie man sagt, hat erreicht die Spitze. |
Doch nach einem Plätscherbad, steht man da wie ein Soldat und begrüßt mit Freud und Lust jenen nächsten - den August. O, der kitzelt unseren Gaumen, mit viel Äpfel, Birnen und Pflaumen. Eingeheimst wird das Getreide, daß, das Volk nicht Hunger leide. Ach, wie schnell der Sommer schwand! Der September zieht ins Land, Greift zu Feder, Heft und Buch: Es beginnt der Schulbesuch. Bald droht garstig Regenwetter, rauher Wind reißt ab die Blätter. Gut verwahrt wird Stall und Haus - so sieht der Oktober aus. Rüstet Euch jetzt zum hohen Feste! Keine Angst von Schnee und Frösten! Der November schreckt uns nicht , macht er auch ein bös´ Gesicht. Ganz verschneit ist das Gelände, zugefroren Bach und Teich. O, Dezember, Jahresende! Starr vor Frost ist Ast und Zweig. Um ist`s Jahr man glaubt es kaum. Schmückt nur schnell den Weihnachtsbaum! Dann beginnt das nächste Jahr, wieder mit dem Januar ... |
's war schon duschter en dr Stubb, die Brootäppl han em Rehr gebruzzlt, die Großmottr hat am Oowe gsetzt on g'sponn. Ihre Urenglche, de kleene Bernat hat newe ihr am kleene Scheemlche g'hockt on hat von dem geredt, was sei Herz on Sinn erfillt hat. "Gell Grooßi, iwer die Weihnachtsstääch brauch ich net en die Schul gehn, on brauch aa nix lerne!"
"Nee, mei Kleener, iwer die Weihnachte brauchscht ke Buch en die Hand holle. Des sen hochheiliche Feiertääch, do soll mr nix arweide. 00 stehts's Sonne-Rad still, weil de Gottessohn Mensch genn es. On wanns Sonn-Rad still steht, muß aach's Spinnrad still stehn." hat die Grooßi erklärt. De Bernat hat mit gliehheiße Backe zug'heert. "Gell Grooßi, am Weihnachtsowet kommts erscht's Chrischkendche un no späder gehn mr en die Christmette."
"Ja, Christnacht, mei Liewer, des es die hochheilichi Nacht," es die Grooßi fortgfahr en ihrer Redt." Wer sei Herz on Ohr off hat, der kann die Engle von Betlehem singe heere. On wer de richtiche Aueblick erwischt, punkt zwölf Uhr en dr Nacht, der kann sogar die Tiere rede heere..."
De Bernat hat glitzriche Aue kriet on es vom Scheemlche offg'sprong. "Grooßi, was saascht du? Die Tiere kenne rede en dr Christnacht? Hascht du schon eemol die Tiere rede g'heert? " "Nee," hat die Grooßi treu herzich zur Antwort genn.
De Bernat awer war offgewuhlt bes ens Innerschti. "Grooßi, ich mecht om alles en dr Welt eemol die Tiere rede heere. Awer om zwölf Uhr sen ich doch grad en dr Kerch en de Christmette." "Ja, freilich," hat die Grooßi glächlt iwrm Bernat sei Eifer.
Der Gedanke hat de Bernat nimmi ruhe gloß. Netmol die gebrootne Äppl han ne kenne halle. Er es off, on je zu seim Kumrad, zum Matzi en dr Nochbrschaft. Dem hadr die großi Neijichkett briehwarm verzähle misse. No han se noch lang berootschlaacht, wie se hinner des großi Geheimnis komme kennde. De Bernat hat sich hoch on heilich vrsproch, daßr en dem Johr noch die Tiere rede heere werd. Awr von ihre Pläne hat nimand etwas wisse derfe.
Die ganze Tääch war de Bernat voller Offruhr, bis de Weihnachtsowet angrickt komm es.
's Chrischkendl hat sei Pflicht on Schuldichkett geton, wie jedes Johr. 's erscht sen die Chrischkendl-Sänger komm, no es plötzlich en dr gut Stubb 's Licht angang, die Kerze han am Weihnachtsbaam gebrennt, on sie alli sen ningang, han vorm Christbaam
gebeet on ihre Sprüchlein g'saat.
No, wie's Chrischkendl fort war, hat de Bernat met seiner kleeni Schwester met dem neije Spillsach g'spillt. Awer er war net ganz bei dr Sach. Fortwährend hadr sei Mottr gfroot wivill Uhr es. Zum Schluß hadr sei Kopp en dr Motter ehre Schooß geleet on g'saat:
"Mottl', ich han Koppweh, on Halsweh, on Bauchweh."
"Dann gleich ens Bett met dir, e heiße Lindetee trenge, on schwitze!" hat die Mottr energisch engegriff.
De Bernat war offallend still on g'fiegich. Die Mottr hat ne ens Bett g'schafft, on er hat sich gleich onner die Bettzich gekuschlt on folgsam de nasse Umschlaach off sei Hals ton gloß. Die Mottr es nausgang on war still. Vor halwer zwölf es sei Mottr renkomm for no'm schaue, on hat ne g'froot, ob's m schon so weit besser es, daßr en die Christmette gehn kann. De Bernat hat awer gejaunzt on gekrächzt, daß ihm net gut es. Die Mottr war recht besorcht, wie se gsiehn hat, daß de Bernat net mitgehn kann, wo'r schonscht doch so geere mitgang es. Alli em Haus han sich fertich gmach for en die Kerch, on sogar des kleeni Tschapperl, sei Schwesterche hat derfe mitgehn.
Kaum awer hat die Mottr de Schlißl em Schloß romgedreht, es de Bernat flink wie e Atzl ausm Bett gekrawwlt, hat sich angezoo, on es dorch die G'scherrkammer en de Pherdstall. Dort esr ens Fuudrheisje, on hat sich zwischn Haai on Stroh hingekuschlt, daß nimand ne siehn soll, wann de Knecht villeicht Licht macht.
Die Pheer han ru'ich an ihrem Muhaj gezoppt, manchmol han se met de Huf g'stampt. De Bernat hat scharf sei Ohre g'spitzt, daß ihm jo nix entgehn soll. Es hat sich awer just en deere Zeit zugetraa, daß zwaai grooße Määd, s' Lentschi ons Bärwi en die Kerch gehn wollte. Die Määd han faldereichi breedi Reck getraa, dronner ware noch drei-vier Onnerreck, so daß die Falde beim Gehn scheen gfall sen.
's es m Bärwi passiert, daß grad vorm Bernat seim Haus sei onnerschter Rock sich gelockert hat, offgang es on bei jedem Schritt gedroht hat nunner zu falle. "Du,mei onnerschte Rock es offgang, de muß ich schnell benne, schonscht falltr mr nunner." hats Bärwi gsaat. "Komm Lentschi, gehn mr do ninn, en de Stall, do sieht ons nimand."
On schon hats Bärwi s Lentschi mit ningezoo en de Hoff. No sen se gleich en de Stall on han em Dungle ihre Reck en Ordnung gebrong. De Bernat hat em Dungle net gsiehn, on hats en seiner Offregung aa iwerheert, daß die zwaai Määd en de Stall komm sen. Er hat sich nor ens Stroh ningekuschlt, on hat ang'strengt noogedenkt wie'r off eemol des Pischpre gheert hat.
"Du, hascht schon gheert, an Dreikeenich werd de Lexe Klos Verlowung halle mitm Wackrichs' M'rei? "
De Bernat hat sei Kopp jetz ganz ausm Stroh vorghob, daßr besser heere kann. On richtich hadr aa gleich e zwetti Stimm gheert: "Joo, der Aldi war jo stark drgegn. Awer sie han ne doch so weit romkriet." No hadr nomool die erscht' Stimm gheert: "Beim Lineks Lissi werd ball de Owe zammfalle." De Bernat hat sei Ohr gspitzt on hat gmennt, die Stimm kommt aus dr Richtung wo de Gidran steht. Also muß des eeni m Gidran sei Stimm gween sen on des anri 'm Bandi sei Stimm. "Is es schon so weit bei Lineks? " hat sich no nomool die zwett Stimm heere gloß. De Bernat hat newer der Stimm noch sei eigenes Herz em Hals schlaan gheert. So hadr nimmi gheert,wie schen stad die Stalldier off on zugmach esgenn. .Er hat nor bemerkt, daß off eemool still war em Stall. Er hat awer garnet getraut sich zu riehre, so andächtich war er em Horche. 's war jo werklich so e großes, so e unglaabliches Geheimnis, wasr do erfahr hat. "Oh, ich wer's nimand saan, was die Tiere gredt han en dere Nacht." hadr sich vorgholl.
Wie sich nix mieh geriehrt hat, esr em Dungle naus on en sei Bett. 's war awer zu vill, was des kleeni Buweherz an dem große Geheimnis zu traan hat ghatt. Gleich morjets en dr Frieh es'r zu seim Kumrad Matzi en di Nochbrschaft on hatm briehwarm verzählt, was'r die Nacht erlebt hat.
Noch lange Tääch drno han se an alle Ecke on Enner bein anner g'stann on han iwer des großi Geheimnis geredt. On während die weiße Schneeflocke ohni End nunnergerißlt senn of die Eerd, ware ihre zwaai Buweherzer vom e undeitbare Zauwer on Rätsl erfitlt.
Wie groß war ihre Erstaune, wie am Dreikeenichstaach de Lexe Klos metm Wackrich's M'rei Verlowung ghall hat. "Also han die s'doch voraus gwißt on die Pheer des doch richtich vorausgsaat'" hat de Bernat feschtg'stellt. On etliche Tääch drno es die Redt gang, daß bei dr Lineks Weß Lißi e kleener Bu off die Welt komm es.
Die Grooßi hat de kleene Bernat gfroot, obr net metgehn wollt de kleene Bu, besser gsaat des kleeni "Phannestiehlche" anschaue. Weil die Kenner hat mr so lang wie se noch net getaaft ware "Phannestiehlche" genennt.
"Ei jo!" hat de Bernat sich gleich ereifrt." ich mecht ne schon gsiehn, de kleene Bu."
So es de Bernat met seiner Grooßi zur Lineks Weß Lissi gang. For des kleeni Weese, was so hilflos em e Bindl engewicklt war, hat de Bernat zwar wenich Interesse ghatt. Awer for was er viII meeh Interesse on Neigier offgebrong hat, war de Oowe.
Met wivill Neigier on Andacht de Bernat de Oowe betracht hat, war garnet zu saan. Es war e scheener hocher, brauner Kachloowe. De Bernat hat de Oowe net ausde Aue gloß. Wie'r met seiner Grooßi off dr Gaß war, hadr ihre Kopp ganz tief zu seim Gsicht ronnergezoo on ihr geheimnisvoll ens Ohr gepischpert: "Grooßi. es des net wohr. daß bei dr Lineks Weß Lissi de Oowe zamgfall es? " Do es die Grooßi mitte of dr Gaß stehn geblieb on hat helle laut offglacht, so herzhaft on schalkich wie nie drvor. "Ei jo mei Kend, der es gewiß zammgfall, awer sie han ne no schnell nomool offgebaut." Em Dorf war de Wortgebrauch, wann e Weib e Kend erwart hat, on sei Zeit es zu End gang, daß mr gsaat hat, de Oowe fallt ball zamm.
Wahrscheinlich han die Kenner des irgendwo von de Erwachsene offgschnappt on hans wortwörtlich gholl. Dr Grooßi ihre Gsicht war iwerstrahlt vom e geheimnisvolle Lächle, daß se trotz ihre alde Zahnlucke ganz jong on scheen ausgschaut hat.
De Bernat hat net gwißt, for was die Grooßi glächlt hat. En seim Herz hats nor heemlich gejauchzt on getrilliert.: "Die Tiere hans gwißt, on ich hans gwißt, on nimand sonscht hats voraus gwißt, -wie ich!"
On des war des großi Wunner on Geheimnis von seim Leewe, daßr eemol en dr Christnacht die Tiere rede gheert hat.
Adventszeit, besinnliche Zeit, eine Zeit in der man über vieles nachdenkt, über die Gegenwart, die Zukunft und selbstverständlich über die Vergangenheit. Letztere ist die Zeit die, die Mehrheit unserer Landsleute in unserem Heimatort Lenauheim oder anderswo im Banat erlebten.
In diese Zeit fiel auch die traditionelle Schweineschlacht, wobei das "Worschtmache" eines der wichtigsten und interessantesten Vorgänge bei so einer Schweineschlacht war.
Da uns unser Landsmann Ewald Weyer, der mit seinem Schwiegervater und Schwager diese Tradition in der neuen Heimat weiterpflegt, ein Foto vom "Worschtmache" zusandte, möchten wir es als "Erinnerung" veröffentlichen.
Zum nachmachen oder selbst machen hier ein Vorschlag wie der "Brotwosrscht" in Lenauheim gemacht wurde und zum Teil noch gemacht wird:
Etwa 80% Schweinefleisch, 20% Schweinespeck, dies durch den Fleischwolf mit mittelgroßer Scheibe treiben. Die Masse wird abgewogen wobei zu einem Kilo Wurstfleisch 25 gr. Jodfreies Salz hinzugefügt wird. Die anderen Gewürze wie fein gehackter Knoblauch, gemahlener Pfeffer, Paprikapulver, werden nach Geschmack beigemischt. Hat man die obengenanten Zutaten zum Fleisch gemengt wird alles gut vermischt und geknetet solange bis die Masse nicht mehr an den Fingern klebt. Nun wird dass Mett anhand von einer Wurstspritze in Dünndärme vom Schwein gespritzt, nicht vergessen beim einspritzen die Därme mit einer Nadel anzustechen, damit die Luft entweichen kann.
Die Bratwurst kann nun, wie der Name es uns schon sagt, gebraten werden oder sie wird geräuchert und luftgetrocknet für den Rohverzehr bereitet.
Versuchen Sie es mal und lasen uns wissen ob es gelungen ist, vielleicht auch mit einem Bild?
Viel Spaß und einen guten Appetit!
Es ist wieder mal der erste November, es ist der Tag an dem die Katholiken das "Seelenlicht" zum Tag der Allerheiligen entzünden, welches in den nächsten Tagen leuchtet, die Überleitung von Allerheiligen zu Allerseelen. Eine Gepflogenheit der unsere Ahnen schon immer Folge geleistet haben und in der Gegenwart, unsere Landsleute in der alten sowie in der neuen Heimat den lieben Verstorbenen die Ehre erweisen.
In der alten Heimat befindet sich der Friedhof (Kerchhof) wo die meisten unserer Verstorbenen ihre letzte Ruhe fanden. Die Pflege wird das ganze Jahr über, durch Spenden unserer Landsleute, ausgeübt. Aber zu Allerheiligen wird er ganz besonders mit Chrysanthemen geschmückt, die Kreuzsteine gereinigt und das eine oder andere in Ordnung gebracht. Es sind aber nur mehr wenige unserer Landsleute die dort leben und an den Gräbern Kerzen brennen, das Schicksal wollte es so.
In der neuen Heimat Deutschland sind unsere Landsleute über viele Kilometer verstreut. Sie können nicht mehr, oder nur bedingt, den Weg zum Heimatfriedhof in Lenauheim einschlagen. Es ist für viele unserer älteren Generation und nicht nur für diese, ein nachdenklicher Tag, ein Tag an dem man will oder nicht, die Gedanken in der alten Heimat, auf dem Kerchhof hat. Man soll sich solcher Gedanken auch nicht schämen, sondern seine Wurzeln nicht vergessen, dies macht den Alltag leichter und erträglicher. Wir, die Menschen in der neuen Heimat, gehen auch an diesem Tage an die Ruhestätten unserer Lieben, aber der Großteil derer befindet sich nun mal auf dem Kerchhof in Lenauheim und nicht hier in Deutschland, aber dennoch bleibt die Verbindung bestehen.
Die HOG Lenauheim hat zu Ihrem 20-jährigen Bestehen und zum Heimattreffen eine Kerze gestiftet, die im Gottesdienst des Heimattreffens von Herrn Vikar Robert Dürbach gesegnet wurde. Es ist eine Kerze die für unser Aller Toten gedacht ist und sie wurde nun pünktlich zu Allerheiligen in unsere Heimatkirche nach Lenauheim gebracht. Sie steht am Altar und soll bei jedem Gottesdienst leuchten. Die Kerze soll die Verbindung zwischen den dort lebenden christlichen Landsleuten und Neubürgern, und uns in der neuen Heimat symbolisieren und uns alle in Christus vereinen.
Die alte vorhandene Kapelle, seit der Anlegung des Ortes, war bald baufällig geworden, so dass der Gottesdienst schon seit 1771 in der Schule abgehalten werden mußte. Auf Betreiben des Pfarrers Alexander Tomanovich und auf Einwirken des Bischofs Emmerich Christovich bei der Kaiserin Maria Theresia als Patronatsherrin wurde auf Kosten der Hofkammer 1778 eine neue große Kirche im Barockstil erbaut, die heute noch steht. Am 24. Juni besichtigte der Bischof den Rohbau und noch im selben Jahr, vermutlich am 11. Oktober, wurde die neue Kirche durch den Neubeschenowaer Distriktdechanten Anton Spissich de Japra eingeweiht. Die Schutzpatronin der Gemeinde war fortan die heilige Theresia. Das Altarbild ist eine Stiftung der Kaiserin, die am 7. März 1778 die Anstellung eines Kaplans genehmigt. Das Altarbild wurde von einem Wiener Künstler gemalt. 1784 wurde die Ziegelwölbung durch ein Holzgewölbe ersetzt und drei neue Altäre (aus einem österreichischen Kloster) aufgestellt. Die Kirche erlebte während der Jahre manche Veränderung wie: 1827 erhielt der Turm eine Uhr, 1839 wurde der Fußboden mit Marmorplatten ausgelegt und 1843 über die Sakristei ein Oratorium erbaut. Die römisch katholische Kirche wurde 1968 von der LPG renoviert. Das Dach und der Außenbereich der Kirche wurden 1992 auf Initiative des Kirchenratsvorsitzenden August Griebel und einiger beherzten Landsleute aus Lenauheim und Deutschland durch finanzielle Hilfe der Diözese Köln renoviert. Die Kirche wurde eine Filiale der Lowriner Kirchengemeinde, wegen der geringen römisch-katholischen Bevölkerung. Gottesdienste wurden in dreiwöchentlichem Rhythmus eingeführt.
Sitte war es in Lenauheim das der erste Sonntag nach Theresia (15. Oktober) der Tag war wo die Lenauheimer ihr "Kerweih" feierten. Im laufe dieser 227 Jahren waren es nicht immer berauschende Feste, es waren auch Jahre wo nur ein Gottesdienst zu ehren dieses Tages gefeiert wurde. In den sechziger Jahren wurde wieder bis mitte der achziger Jahren Kerwei gefeiert. Mit der Aussiedlung der katholischen Gläubigen gingen auch die Kerweifeste zu Ende.
In Gedanken an unsere Kerwei und an die schönen Feste möchten wir einen Kerweispruch gepaart mit dem Kerweimarsch (- Musik! - einfach anklicken) anhängen:
KIRCHWEIHSPRUCH |
"WILLKOMMEN!" ruf ich groß und klein "WILLKOMMEN!" sollt ihr alle sein! Auch alle Gäste grüßen wir In unserem trauten Kreise hier. - Musik! - Den Brauch der Alten wollen wir halten, Ihn ehren und ihn neu gestalten Ihn pflegen stets mit Herz und Sinn, Der Jugend bringt er nur Gewinn. - Musik! - Wie bei den Ahnen, so auch hier Ist der Strauß des Festes Er ist des Tages schönste Pracht Der uns' re Herzen selig macht. - Musik! - |
Er kündet wie es einst' ens war Hier in der Heimat Jahr für Jahr. Erinnerung schmückt ihn allein Den lieben schönen Rosmarein. - Musik! - In seinem herben frischen Duft Weht uns'rer Heimat helle Luft. In seinem zarten Immergrün Wird auch das Schwabenvölkchen blüh' n. - Musik! - Darum ruft er: Bleibe wack' rer Schwabensinn, so frisch und grün wie ich es bin! So will ich blüh' n, wenn ihr bewahrt Die gute alte Schwabenart. |
Prof. Hans Bräuner erblickte am 9. Mai 1910 in Csatad/Lenauheim als Sohn des Schuhmachermeister Mathias und der Elisabeth Bräuner, geb. Lego das Licht der Welt. Doch schon bald blieb er ohne Eltern. Der Vater starb 1918 in Russland und im gleichen Jahr verlor er auch die Mutter. So kam der kleine Junge zu seiner Bräuner-Oma, die ihn fortan großmütterlich umsorgte. Er besuchte zwischen 1916 - 1922 die Grundschule in Lenauheim und war ein sehr aufgeweckter Junge. Deswegen wurde der katholische Ortspfarrer auf den Jungen aufmerksam und empfahl ihm zu studieren. Nach dem Abschluss des Gymnasiums mit dem Bakkalaureats-Diplom in Temeschburg studierte er kurze Zeit Theologie. Mit einem Stipendium der Deutsch-Schwäbischen Volksgemeinschaft ging Hans Bräuner 1930 nach Berlin, inskribierte an der dortigen Universität und studierte Germanistik, Latein und Geschichte. Er wechselte mit dem Studium nach Jassy und erwarb hier im Februar 1933 das "Diplom für moderne Philologie", Hauptfach Germanistik, Nebenfächer Latein und Geschichte. Seine Lehrertätigkeit nahm Hans Bräuner am 1. September 1933 in Hatzfeld auf, wo er mit Unterbrechungen ein Leben lang für die deutsche Bevölkerung sein Wissen weiter gab. Obwohl Hans Bräuner nach der Verehelichung mit Elisabeth Vogel, auch eine Lenauheimerin und der Geburt ihrer Tochter Ingeborg, sich in Hatzfeld ein zu Hause schaffte, blieb die ganze Familie in den nachfolgenden Jahren ihrem Heimatort Lenauheim eng verbunden. Nach seiner Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland (1979) hat er sich stets bemüht die Wurzeln seiner Herkunft, also Lenauheim, immer wieder der Öffentlichkeit nahe zu bringen. Dies ist ihm auch mit dem Heimatbuch Lenauheim-Tschatad gelungen das Hans Bräuner im Jahre 1983 im Auftrag der Heimatortsgemeinschaft Lenauheim heraus brachte.
Als Autor, Koautor oder Herausgeber erschienen von Prof. Hans Bräuner noch folgende Werke: Nikolaus Lenau und Mihai Eminescu. Zwei Dichter des 19. Jahrhunderts (1966), Anstands- und Sittenlehre für Lyzealschüler (1968), Heimatbuch des Heidestädtchens Hatzfeld im Banat (1991), Auswahl Peter Jungscher Gedichte nach Stoff- und Motivkrisen (1996) sowie viele Aufsätze und Artikel in verschiedenen Publikationen in Rumänien und Deutschland.
Wir haben nun für Sie die 1. Auflage von "Nikolaus Lenau und Mihai Eminescu. Zwei Dichter des 19. Jahrhunderts" in der Funktion als Herausgeber, Hersteller und Redakteur: Prof. Hans Bräuner, 1966 über arbeitet und stellen ihnen nun diese 2. Auflage "Nikolaus Lenau und Mihai Eminescu. Zwei Dichter des 19. Jahrhunderts" in der Funktion als Herausgeber und Hersteller, Heimatortsgemeinschaft Lenauheim, Reinschrift des Tiposkriptes: Werner Griebel, Layout: Jürgen Griebel, 2002 vor. Ganz besonderen Dank und Anerkennung möchten wir an dieser Stelle an Prof. Hans Bräuner und Dr. Ingeborg Reb richten, die mit Ihrer Unterstützung dieses Projekt ermöglichten.
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Sie können Sich nun hier kostenlos das gesamte Werk "Nikolaus Lenau und Mihai Eminescu. Zwei Dichter des 19. Jahrhunderts" als PDF-Datei herunterladen oder ansehen. Nikolaus Lenau und Mihai Eminescu.pdf (Acrobat Reader wird benötigt!) |
Die Biografie von Annie Schmidt-Endres lesend, kann man in der ersten Zeile feststellen, dass sie in Csatad/Lenauheim, dem Geburtsort des Dichters Nikolaus Lenau geboren wurde. Letztes Jahr feierte die Heimatortsgemeinschaft Lenauheim in unserer Heimatgemeinde, im Banat, den 200-ten Geburtstag unseres berühmten Sohnes. In diesem Jahr (2003) wollen wir es nicht versäumen, den 100-ten Geburtstag von Annie Schmidt-Endres in Erinnerung zu bringen.
Sommertage im Jahre 2003; so heiß wie schon lange nicht mehr, die Straßen sind leer, es tummeln sich nur Gänse und einige Hühner in dem knöchelhohen Staub auf dem Fahrweg der Proviantengasse. Es könnte auch im Sommer vor hundert Jahren, im Jahre 1903, so gewesen sein. In diesem Jahr, am 29. Dezember, erblickte Annie Endres das Licht der Welt: Tochter der Bauernfamilie Michael Endres und Frau Anna geb. Fost. Sie wurde geboren in einer Zeit die bei den Banater Schwaben eine besondere ist: mit dem Christfest die vielen Namenstage und der Jahreswechsel. So bewegt wie der Dezember könnte man sagen war auch das schriftstellerische Schaffen von Annie Schmidt-Endres. Sie entstammt einer uransässigen Lenauheimer Bauernfamilie wo die Gepflogenheiten und Sitten ein Heiligtum waren und als solche auch gehalten wurden. Das und andere Einflüße aus dem schwäbischen Dorfleben könten unsere Landsmännin für die kommende Schaffenszeit und das Leben geprägt haben. Sie verstand Ihr Schicksal mit Würde zu tragen und den Zeitablauf ihres Lebens zu meistern.
Annie Schmidt-Endres war in Lenauheim als junge Frau im Frauenverein leitend tätig, sie hat sich in mehreren nützlichen Taten erkennbar gezeigt.
Aus ihrer Ehe mit dem Arzt Dr. J. Schmidt - der nach seiner Rückkehr aus Russland verstarb - entspross ein Sohn, Facharzt Dr. med. Edwin G. Schmidt
Über die Erstkommunion des Jahrganges 1928 wurden uns durch Annie Schmidt-Endres verschiedene Details im Bezug auf so eine Begebenheit eines Katholiken in einem Banater schwäbischen Ort übermittelt und das Besondere daran, war das der Schwabenbischof Augustin Pacha bei dieser Feierlichkeit in Lenauheim anwesend war.
Aus einigen Veröffentlichungen heraus, kann man erkennen das Annie Schmidt-Endres dem Banat, der Heidegemeinde Lenauheim und den Menschen in ihrer Gemeinschaft mit Herz und Seele ergeben war. Titel wie "Ein Schwabenmädel bin ich" bringen dies deutlich zum Ausdruck. Es sind Lieder im Volkston, Worte und Weisen von Annie Schmidt-Endres. Diese Lieder sind einmalig für das weite flache Land. Sie kommen vom Herzen der Menschen die dort lebten. Die Autorin verstand es das Leben und das Dasein in Wort und Lied zu fassen, interessant wie kein Zweiter weiter zu vermitteln und so für die Nachwelt zu erhalten.
In einem anderen Band "Akazieblädder" benannt, kommt unsere Mundart, der Alltag und die nähere Umgebung zum Ausdruck. Es sind Gedichte wie: "Die Pendluhr" "De Lattezaun" "Mei Motter haad e blo`i Schorz" oder "Akazieblädder". Der Akazienbaum ist ein weit verbreiteter Baum in der Banater Tiefebene und nicht nur für uns Banater Schwaben ein Symbol, welches uns was bedeutet. Es ist ein Begriff mit dem Annie Schmidt-Endres die Gefühle der Leser direkt anspricht und die, vermutlich aus eigenem Empfinden weitergibt.
Dasselbe bringt die Autorin mit dem Band "Land in Licht und Leid" durch Gedichte und Balladen aus donauschwäbischem Schicksal an die Leser. Dieses Büchlein enthält Titel wie "Mein Land", "Mein Vaterhaus", "Mutters Abschied" oder "Letzte Ernte...1944". Aber auch Verse wie "Gedenket der Helden !" geschrieben von Annie Schmidt-Endres zur Einweihung des Totengedenksteines im Lager Linz im Jahre 1953. Sie wagt den literarisch und menschlichen Sprung von der alten in die neue Heimat, es gelingt ihr auch mit diesen Zeilen. Dies war ein Beispiel dafür, das unsere Landsmännin eine fortschrittliche Banater Schwäbin, eine Frau die ihre Zukunft vor Augen hatte, war. Sie wollte die Vergangenheit im Sinn behalten, aber die Gegenwart mit realistischen Augen sehen und auch so bewältigen. Das können wir einem Band der Reihe "Blätter für zeitgenössische Literatur" mit dem Titel "Bevor die Nacht sich sinkt ..." entnehmen, der zur Vollendung ihres 60. Lebensjahres am 29.12.1963 erschienen ist. Er umfasst Gedichte wie "An meine Ärztin", "Von meiner Heimat" oder "Musik". Es sind Verse die in der neuen Heimat entstanden, aber noch immer eine gewisse Nostalgie über das was einmal war aussagen, vielleicht mit dem Gedanken an die Leserschaft, die gewesene Gemeinschaft der Banater Schwaben auch mit der kommenden Generationen weiter zu erhalten.
Ein Versuch der aus heutiger Sicht sich lohnt, denn es sind noch genügend Menschen unseres Volksstammes, die Werte, Sitten und Gepflogenheiten in Ehre halten und an ihrer Stelle es versuchen sie weiter zu vermitteln. Ich denke, dass wäre auch im Sinne von unserer, nicht mehr unter uns weilenden Landsmännin Annie Schmidt-Endres, gewesen.
Dies sind nur einige kleine Erinnerungen an Annie Schmidt-Endres, die am 17. Mai 1977 in die ewige Ruhe ging, herausgegriffen aus einem langjährigen literarischen Schaffen, mit dem Gedanken sie und ihre Werke dem Leser, anlässlich ihres 100-ten Geburtstages, seitens der Lenauheimer Heimatortsgemeinschaft, näher zu bringen.
Bilder insgesamt sagen bekanntlicherweise etwas aus. Sei es, dass sie eine Landschaft, Tiere, Menschen oder Objekte zeigen. In unserem Falle sind es Bilder über Menschen. Es sind nicht beliebige Menschen, sondern Großeltern und Urgroßeltern unserer Csatader/Lenauheimer Landsleute Peter und Riane Taugner aus Nürnberg. Sie haben der Heimatortsgemeinschaft Lenauheim diese Bilder freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Die Veröffentlichung im Internet hat den Sinn, der jungen Generation die noch nicht die Gelegenheit hatte, die Tracht und das Erscheinungsbild unserer Ahnen zu sehen, in die Gegenwart zu übermitteln. Desgleichen den mittleren und älteren Generationen die Tracht in Erinnerung zu rufen. Auf diesen Bilder haben wir es überwiegend mit der Sonntagstracht zu tun. Es waren Kleider die oft nur einmal im Leben angeschafft wurden. Auf die Tracht wurde auch immer sorgfältig geachtet, so dass sie nicht beschmutzt oder gar beschädigt wird. Die Menschen trugen sie Sonntags oder Feiertags, deswegen auch die geringe Abnutzung und lange Lebensdauer. Auf einem Bild kann man den Mann als Soldat erkennen, mit Frau und Kleinkind. Der Ehemann zog in den Krieg oder musste sein Militärdienst ableisten, dann wurde die Familie verewigt. Bei dem Wort Familie ist nicht nur die Ehefrau gemeint, sondern auch die Kinder. Auf dem Foto ist das Kind, noch recht klein und der Vater muss vermutlich weg. In Lenauheim gab es Fälle wo der Vater in den Krieg musste und nie sein Kind zu sehen bakm, da er gefallen ist. Gut erkennbar ist die Kleidung des Kindes, die uns die Kleidungskultur (Mode) dieser Zeit visuell überbringt.
Herzlichen Dank für die Zusendung der Bilder und vielleicht ist es ein Anfang, für alte Bilder, um die Vergangenheit in die Gegenwart vermitteln zu können. Wenn Sie auch Fotos und eine dazu gehörende Geschichte haben, schicken Sie uns eine E-Mail.
geb. Riess, *1904
Bild entstand ca. 1920
geb.1901 und 1904
Bild entstand ca.1922
geb. 1880
Bild entstand 1905
geb. Schwarz
Bild entstand 1914
Ein Schwank in banatschwäbischer Mundart, erzählt vom Banater Schauspieler Stefan Heinz-Kehrer, können Sie als RealAudio-Datei herunterladen. Um diese Dateien abzuspielen, muss RealAudio auf Ihrem Rechner installiert sein.
Diese RealAdudio-Datei wurde durch die Homepage der Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V. zur Verfügung gestellt.
E Stickl vum Vettr Poldi (3176 kb). Dieses Stück wurde der CD "Das Banat Nähe und Erinnerung" entnommen. Sie wurde vom Kreisverband München herausgegeben und kann auch über E-Mail bestellt werden. e-mail: landsmannschaft@banater-schwaben.de
Die Strasse von Trier nach Bingen wird auch heute noch "Ausoniusstrasse" genannt, nach jenem römischen Dichter, der bereits vor über zwei Jahrtausenden die Schönheit dieser Gegend besang. Genau an dieser Strasse, im südwestlichen Hunsrück liegt, umringt von fichtenbewachsenen Hängen, der wunderschöne Kurort Züsch. Zu den beliebtesten Ausflugszielen dieses Ortes gehört u.a der "Züscher Hammer", ein längst zerfallenes Eisenwerk aus vergangener Zeit. Dieses wurde, unweit der Stelle , an der sich der Dom ? und der Königsbach zum Altbach vereinen, auf der Gemarkung Züsch errichtet. Das im Jahre 1627 erstmals erwähnte Eisenwerk wurde während des 30 jährigen Krieges (1618 ? 1648) bis auf die Grundmauern zerstört. Erst Ende des 17 Jh. wurde die Eisenindustrie durch Vogt Ernst Ludwig von Hunolstein, Verwalter der Herrschaft Züsch, wiederbelebt. Im Jahre 1694 schloss er mit Josef Remacle de Hauzeur einen Pachtvertrag zum Betreiben der Hütte über einen Zeitraum von 30 Jahren. Der aus der Gegend um Lüttich stammende Hauzeur (1663 in Veviers + 1745 in Abentheuer) brachte im gleichen Jahr ca. 20 Familien katholischer Wallonen aus seiner Heimat nach Züsch. Es waren meist Holzfäller, Kohlebrenner, Erzgräber und Gießer, die teils in einsamen Waldhütten und teils Steffibaracken in der Nähe der Arbeitsstätten wohnten. Auf diese Weise entstanden zahlreiche Siedlungen im Hochwaldraum (z.B Schmelz oder Neuhütten). Eigens für die katholischen Wallonen ließ Hauzeur in unmittelbarer Nähe der Schmelze eine katholische Kirche errichten. An diese erinnert heute lediglich ein Steinkreuz mit der Inschrift: "In Gedenken an unsere Toten 1694 ? 1784". Mit Hilfe seiner Landsleute und vielen Bewohner des Hochwaldes baute Hauzeur die Hütte von Züsch wieder auf, zeitgleich errichtete er auch Hütten in Damflos und Abentheuer. Das Eisenhüttenwerk von Züsch war, wie damals üblich, als Streuanlage konzipiert. Die Gesamtanlage umfasste ein Pochwerk, eine Schmelze (Holzkohlehochofen) und eine Holzkohlescheuer. Es entwickelte sich zum größten Eisenwerk des Hunsrücks und gilt nach heutigen Maßstäben als ein integriertes vorindustrielles Eisenhüttenwerk. Allmähliche Erschöpfung der Erzadem und der Umstieg von Holzkohle auf Steinkohle dürfte die Ursache für das Elend der Arbeiter gegen Ende des 18 Jh. gewesen sein. Einige von ihnen verließen bereits 17 53 den Hunsrück , um in Amerika ihr Glück zu suchen. Andere machten sich auf den Weg nach Ungarn und ließen sich dabei im Banater Bergland nieder.
Im Jahre 1766 zogen weitere Familien durch Wien ins Banat und siedelten in Csatad , dem heutigen Lenauheim Nachdem die Auswanderung unter Auferlegung von Auflagen (ein freier Bergmann musste 10% seines Erbes abgeben) Im Frühjahr 1791 offiziell gestattet wurde, kam es zur Massenauswanderung der sogenannten Barackenleute von Züsch. Die meisten von ihnen ließen sich ihres Berufes wegen im Banater Bergland um Steierdorf nieder. Aus der Nähe der Hunsrücker Eisenhüttenwerke siedelten dennoch ca. 70 Familien nach Csatad dem heutigen Lenauheim. Es waren Kolonisten nicht ausschließlich welscher (wallonischer) Herkunft die hier zu Bauern wurden. All diese Familien stammen aus einem Umkreis von ca. 20 km um Morbach. Es waren natürlich auch französische Namen darunter wie Bideau (Bitto), Colling (Collin), Delwo, Balbler (Balbierer), Lefeve (Bohn?Lefeve), Mauber (Momper, Mumper), Soisson (Sossong), De Temple (Detampel), Dupree (Tipre), Tropcourt (Trukkur, Trokkur) und viele andere die sich sowohl in den Hunsrücker als auch in den ersten Lenauheimer Kirchenbücher wiederfinden. Anfang des 19.Jahrhunderts bestand Csatad fast zur Hälfte aus Hunsrücker Einwohner. Etwa um das Jahr 1800 kam das Züscher Werk zum völligen Erliegen. Viele der zurückgebliebenen Barackenleute gingen nach Dillingen ins dortige Hüttenwerk. Heute stößt man in der gesamten Züscher Umgebung noch auf französische Namen. Es sind Nachkommen der 1694 angesiedelten Wallonen. Das Züscher Eisenwerk gilt heute als Vorgänger der großen saarländischen Eisenhüttenindustrie.
Das Buch "Sonnengold & Poesie" von unserem Heimatdichter Karl-Hans Gross ist vor kurzem im Mohland Verlag erschienen. Wir haben für Sie einen Auszug aus dem Buch zu Verfügung gestellt. Für nähere Informationen wenden Sie sich an unten angegeben Mail-Adresse.
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Die Kirche Ich trete ein zum Hauptportal, |
von Karl-Hans Gross
Hinan zur Decke schweift der Blick, |
Nun her den Pflug und auch die Pferde,
mein Bauernherz währt ewig jung, es wurzelt in der Ackererde, dort labt es sich am Lebenstrunk. Wenn sich die Pflugschar tief einsenket ins brachgewordne Erdenreich, ein Bauerngreis den Pflug noch lenket, sein Tun ist keinem andern gleich. So reißt er an die Ackerkrume, die erste Furche legt er an, am Feldrain blüht noch eine Blume, ihr hat der Herbst es angetan. Am Wegrand stehen auch noch Disteln, der Herbstwind streichelt herb die Flur, paar Krähen in den Furchen nisteln, da wo der Pflug noch eben fuhr. Der Bauer zieht die Furchen weiter, feldauf und ?ab geht sein Gespann, der Acker wird zusehends breiter, ein umgepflügtes Stück Gewann. Mit sichrem Griff hält fest der Alte die Sterzen in geballter Hand, er will, daß sich noch lang erhalte der gute, alte Bauernstand. |
Und an der Kehre läßt er wenden,
sein Blick entlang der Krume streift bis hin, wo deren Spuren enden, eh' er dann in die Zügel greift. Mit "Hüü" die Rosse schnauben weiter, der Alte drückt den Pflugbaum an, ein Vorschäler als Bodenschneider der Schar ist auch noch zugetan. Sie spiegelt in der Sonnenhelle, die Krume hat sie abgeglänzt und wendet weiter Weil um Welle, bis dann der Acker war umgrenzt. Und müde kehrt er heim am Abend, mit einem Mal war's um ihn still, den Wunsch in seinem Herzen tragend, daß er noch einmal kommen will. In diesem Acker nochmals säen, den er mit seiner Hand gepflügt und weiterhin im Felde stehen, bis alles sich zum besten fügt. Und wenn Gott will, noch einmal ernten die reife Saat im nächsten Jahr, ich wollte, daß auch wir es lernten, wie es in seinem Herzen war. |
Uf dr heed saat mer: Wer dorch Schadat fahrt ohne gfoppt un dorch Grawatz ohne gekloppt, der is a Mann! Do hat sich in Schadat mol folgendes zugetraa: Mei Grossvater is während'm Dresche uf Mariafeld gfahr Wein hole, un sei Nochberschleit han gsaat, er soll aach for sie mitbringe. Er hat Fässer uf de Waan getun un is gfahr. Das er net 'illenich fahrt, hat er de Vedder Toma mitghol.
Wie se zruckkomm sen, no ware se schun e bissl angetrunk, un wie se durch Grawatz fahre, saat de Vedder Toma: "Wescht was? Mir bleiwe do im Wertshaus stehn un trinke zwaa Flasche Bier, no were mr nichter." Wie se getrunk han, hat mei Grossvater sich so gsitzt, dass er uf die Peer gsieht. Ufmol sieht'r, wie drei Buwe e 50-Liter-Fass voll wein vum Waan ghol han. Er hat nix gsaat, hat sich awer gedenkt: Wart nor, eich krien ich schon! Er saat: "Toma, komm, mir fahre glei." Er macht die strick an un fahrt los. Do rufe die drei aus'm Wertshaus ihm no: "Hans-Vedder, hat dihr aach eire Fässer gezählt?" ei Grossvater hat nix gsaat un is hemgfahr.
In Schadat ankomm, hat er e Liter Wein ghol un is zum Wachtmeister gang. Wie der de Wein verkost, saat er: "Des is e prima Wein!" Do saat mei Grossvater, er hat dervun un wollt mit ihm e Gschäft mache. Un er frot: "Wie nennt mr des, wann mer jemand e Fass Wein vom Waan holt?" Druf de Wachtmeister: "Des is Diebstahl!" Dann verzählt mei Grossvater die Sach mit'm Weinfass, un sat zum Wachtmeister: Des Fass will ich han, de wein, wo drin is, von dem nämlichi, wo ich do in de Flasch han, un mit dem kennt ihr mache, was der wollt. Kepplt eich mol die drei vor!"
De Wachtmeister war aach kener von deni, die de Wein in de Grawe gschitt han; un er is glei niwer uf Grawatz gfahr, hat die drei Helde hopghol, hat ne Handschelle angezoo, un hat se samt dem Fass Wein hemgebrung, hat se bissl verkloppt un Strof zahle gemach un no han se hemgehn kenne. Am anre Tach kommt de Wachtmeister un saat: "Hans-Vedder, so kennt ihr mir jede Tach komme."
Wie mei Grossvater no nochmol mit de drei zammkomm is, aht er gelacht un gsaat: "In Grawatz hat dihr mich gfoppt, awer in Schddat han se eich gekloppt." Awer die drei han gspauzt!