In der römisch-katholischen Kirche in Lenauheim fand am 3. August 2025 ein besonderes Orgelkonzert statt, das von der Kirchengemeinde gemeinsam mit dem Gerhardsforum und der Heimatortsgemeinschaft Lenauheim veranstaltet wurde.
Der Kirchenmusiker Franz Metz hatte als Gäste Ildiko Hadar-Babanco (Sopran), Julia Szabo (Violine), Wilfried Michl (Bariton) und Sara Busuioc (Violine) mitgebracht. Das Programm umfasste Werke von Händel, Bach, Mendelssohn, aber auch Werke Banater Komponisten und Werke aus dem Orgelbuch von Lovrin (1795).
Mitveranstalter und Förderer waren das Kulturwerk Bayern der Banater Schwaben und das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien. Die Orgel der römisch-katholischen Kirche zur Heiligen Theresa von Ávila in Lenauheim, die 1778 mit Unterstützung der Kaiserin Maria Theresia erbaut wurde, ist eine der wertvollsten historischen Orgeln im Banat.

Das um 1785 aus einem österreichischen Kloster stammende Instrument war ursprünglich einfach, mit einem einzigen Manual und einem kurzen Pedal. Um 1810 erweiterte der Temeswarer Organist Franz Anton Wälter es auf zwei Manuale, ein Vollpedal und 16 Register, wobei die mechanische Traktion erhalten blieb. Im Laufe der Zeit wurde die Orgel von bedeutenden Banater Musikern wie Desiderius Járosy und Josef Gerstenengst gespielt.
Der ErsteWeltkrieg hinterließ jedoch seine Spuren – die Prospektpfeifen wurden in den 1920er Jahren eingeschmolzen und provisorisch ersetzt. Trotz der Abnutzung blieb die Orgel funktionsfähig, doch bedurfte es einer umfassenden Restaurierung, um ihre klangliche und optische Brillanz wiederherzustellen.
Diese Restaurierung wurde 2024 vom Handwerker Sándor Péter mit Unterstützung der Diözese Temeswar, der Verbände der Banater Schwaben in Deutschland und der örtlichen Gemeindeverwaltung durchgeführt. Die Arbeiten umfassten die Restaurierung der Pfeifen, der inneren Mechanik und des Blasebalgs sowie den Einbau eines neuen Gebläses. Die restaurierte Orgel wurde am 15. Dezember 2024 im Rahmen einer von Bischof Josef Csaba Pál zelebrierten Liturgie in Anwesenheit des „Exultate“-Chors und des Musikwissenschaftlers Dr. Franz Metz geweiht.
Heute ist das Instrument nicht nur ein Stück lokales Kulturerbe, sondern auch ein Symbol der Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen dem alten Banat und den Gemeinden, die sein Andenken ehren.
Die Lenauheimer Orgel ist wieder zum Leben erwacht und erneut zu einem zentralen Element des lokalen spirituellen und kulturellen Lebens geworden. Eine mit Musikliebhabern gefüllte Kirche bezeugte dies bei dem Konzert dieses Sommers. Es war ein besonderes Konzert, das Zuhörer aus Ungarn, Temeswar, Hatzfeld und anderen Nachbarorten nach Lenauheim brachte. Viele von ihnen statteten vor dem Konzert dem Lenau-Museum vor Ort einen Besuch ab.

Der Vorsitzende der HOG Lenauheim Werner Griebel konnte zahlreiche Ehrengäste willkommen heißen, u.a. Bürgermeister Ilie Suciu, Pfarrer Paul Kollar, geistlicher Beirat des Gerhardsforums, Pfarrer Robert Dürbach, Pfarrer Günter Loch sowie die Vorsitzende des Gerhardsforums Anni Fay.
Dr. Franz Metz sprach einleitend einige Worte zur Geschichte der Orgel und gab dem Publikum interessante Daten über die Kirche, die Kirchenmusik und das geplante Konzertprogramm. Die gute Raumakustik sorgte dafür, dass der Klang der
Orgel mit der Violine und dem Gesang zu einem unvergesslichen Konzerterlebnis verschmolz. Der Organist und die Musiker bekamen für ihre Darbietung einen fast endlosen Applaus.
Zum Schluss verteilte der HOG-Vorsitzende noch kleine Präsente an die Mitwirkenden. Das geistliche Wort zum Abschluss sprach der aus Hatzfeld stammender Pfarrer Robert Dürbach. Ihm war es ein Herzensanliegen gewesen, sich bei der Renovierung der Orgel zu beteiligen, das teilte er den Zuhörern mit bewegten Worten mit, bevor er sie mit einem Segen in den Abend entließ.
Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden und an die Unterstützer, die der historischen Orgel wieder zu einem schönen Klang verhalfen. Hoffen wir, dass in Lenauheim noch
häufig solche Konzerte stattfinden können.