In diesem Sinne kommt nun Vun driweriwer keine schwowischi Nachricht mehr an die HOG Lenauheim und das ist schade. Seit Jahren sendete Helen Alba monatlich an Jürgen Griebel eine DIN-A4-Seite mit Mundart in schwowisch, also unserer Muttersprache. Diese schwowische Mitteilung erschien dann auf der Internetseite der HOG Lenauheim und war damit für alle interessierten kostenlos lesbar.
Auch heute kann man noch alle Ausgaben in Mundart abrufen. Es war ein gekürztes Pendant der Pipatsch. Frau Alba danken wir für die immer gute und reibungslose Zusammenarbeit im Laufe der Jahre.

Ihre Bücher und Pipatsche in schwowisch haben wir alle mit großer schwowischer Freude gelesen und uns zu Gemüte gehen lassen. Der Dialekt war immer auch ein Stück Heimat.
In den frühen 1990 Jahren, als unsere Familie regelmäßig bei meinen Eltern in Lenauheim zu Besuch waren, lernten wir Frau Alba kennen. Als sie journalistisch in Lenauheim unterwegs war, besuchte sie des Öfteren meinen Vater, um sich zu erkundigen, wie es um die Schwowe in Lenauheim denn steht. Für ihn und Helen Alba, aus dem Nachbarort Bogarosch stammend, war es eine Genugtuung. Sie berichtete somit auch regelmäßig in der Zeitung über die Heidegemeinde Lenauheim, zu der auch Bogarosch gehört.
Bei diesen Besuchen also lernten wir Frau Alba kennen und schätzen. Es bahnte sich auch bald eine Zusammenarbeit mit uns, der HOG, an. Zu den regelmäßigen Festen „Kinder des Dorfes“ in Lenauheim sowie zur 250-Jahr-Feier von Lenauheim war sie stets eine unserer Ehrengäste. Sie kam auch immer gerne mit ihrem Ehemann Simion dazu und fühlte sich wie dehem unter uns.
Im November 2009, heute genau vor 16 Jahren, hat sie ein Herzensprojekt 40 Jahre Pipatsch veranstaltet. Zu diesem Anlass hatten wir oft Kontakt, es ging um alte Ausgaben der Pipatsch. Ich hatte einige aus meiner Sammlung zur Verfügung gestellt. Es wurde ein Pipatschfest nach Maß, das unserer schwowwischen Feldblume alle Ehre machte. Aber nicht nur dafür, sondern auch für die im Laufe der Jahre erbrachten vielen Berichte über Lenauheim und die HOG Lenauheim wollen wir Danke sagen.
Eine der letzten Sprachnachriten, die unserer Kommunikation nach dem Eintreten ihrer Gesundheitsprobleme diente, war in der Zeit als wir in Lenauheim, die Gedenkfeier zum 175. Todestag von Nikolaus Lenau, abhielten. Sie war auch dazu herzlich eingeladen, wie immer, leider konnte sie nicht kommen. Sie wünschte uns ganz höflich, wie sie immer war, ein gutes Gelingen, aber auch die Gesundheit für alle. Sie entschuldigte sich auch immer wieder danach, das Vun driweriwer im Moment nicht erscheinen kann, was wir auch verstanden.
Als uns nun die Nachricht von ihrem Tode uns erreichte, waren wir sehr betroffen. Aber man sollte immer positiv denken, und dies vielleicht mit dem Spruch von einem Unbekannten: „Hinter den Tränen der Trauer verbirgt sich das Lächeln der Erinnerung“.
Unser Mitgefühl gehört ihren Angehörigen, sie wird uns immer in ehrendem Andenken bleiben. Möge sie in Frieden ruhen!
Werner Griebel
Vorsitzender der HOG Lenauheim e.V.