HOG‑, Landes‑ und Kreisverbandstagung in Frankenthal

Vielfalt landsmannschaftlichen Wirkens eindrucksvoll sichtbar – Vom 28. bis 29. März 2026 fand im Donauschwabenhaus Frankenthal die 50. Tagung der Vorsitzenden der Landes‑ und Kreisverbände sowie der Heimatortsgemeinschaften (HOG) der Landsmannschaft der Banater Schwaben statt.

Insgesamt 153 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung. Durch die zweitägige Veranstaltung führten Anita Maurer, HOG‑Sprecherin, und Peter‑Dietmar Leber, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft. Die Tagung wurde traditionsgemäß mit dem Singen der Banater Hymne eröffnet.

In seiner Begrüßung hieß Bundesvorsitzender Peter‑Dietmar Leber 53 Vertreter der Heimatortsgemeinschaften sowie 29 Kreisverbandsvertreter willkommen. Er stellte den neu gewählten Bundesvorstand vor und begrüßte insbesondere die neuen Beisitzer Eduard Ortmann und Johann Janzer. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich Vertreter befreundeter Verbände, Kulturträger aus dem Banat, Medienvertreter, Funktionsträger der Landsmannschaft sowie Ehrenvorsitzender Bernhard Krastl. Vier HOG‑Vertreter nahmen erstmals an einer Tagung teil und stellten sich kurz vor. Einer Gedenkminute wurde der seit 2025 verstorbenen ehrenamtlich engagierten Banater Schwaben gedacht.

Die teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Tagung 2026 in Frankenthal (Foto: Nikolaus Dornstauder)

Ein Schwerpunkt lag auf aktuellen Entwicklungen und Projekten des Bundes‑, Landes‑ und Kreisverbandes. Landesvorsitzender Harald Schlapansky erläuterte die Mitgliederentwicklung und informierte über die moderate Beitragserhöhung ab 2026. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die erfolgreiche Eintragung des Sanktannaer „Neujahrslied‑Singens der Banater Schwaben“ in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes – ein Erfolg, der mit großem Beifall aufgenommen wurde.

Zur Online‑Präsenz der Landsmannschaft der Banater Schwaben nahm der stellvertretende Bundesvorsitzende und Webmaster Jürgen Griebel Stellung. Er wies darauf hin, dass sich bislang noch nicht alle Heimatortsgemeinschaften und Kreisverbände auf der Verbandswebsite www.banater-schwaben.org präsentieren. Für den bevorstehenden Heimattag, stellte er die Möglichkeit der Zahlung der Eintrittsgelder per Kartenzahlung vor.

Versicherungsfragen in Vereinen beleuchtete der stellvertretende Bundesvorsitzende Georg Ledig eindringlich und wies auf die Notwendigkeit von Haftpflicht‑ und Veranstaltungsversicherungen hin. Zur Verbandswebsite mahnte Jürgen Griebel mehr Aktualität und forderte bislang nicht vertretene Untergliederungen zur Mitarbeit auf. Die Redakteurin der Banater Post, Siegrun Jäger, rief dazu auf, das landsmannschaftliche Vereinsleben verstärkt redaktionell zu begleiten.

Christine Neu berichtete von einer geplanten Europa‑Fahrradtour über rund 10.000 Kilometer, die gezielt auch banatschwäbische Orte einbezieht. Bernhard Fackelmann stellte die geplante Eröffnung eines Dokumentationszentrums in Sanktmartin vor, das Ende August 2026 eingeweiht werden soll.

Das Banater Hilfswerk und das Seniorenzentrum Ingolstadt wurden durch Nikolaus Rennon und Heimleiterin Christine Schneider präsentiert. Das Josef‑Nischbach‑Haus gilt als Vorzeigeprojekt mit stationärer und ambulanter Pflege sowie betreutem Wohnen.

Als Gastreferent sprach Thomas Schneider, Vorsitzender des Verbandes der Siebenbürgisch‑Sächsischen Heimatortsgemeinschaften. Er zeichnete Parallelen in der Geschichte der Rumäniendeutschen nach und stellte Struktur, Ziele und Aktivitäten seines Verbandes vor. „Motivation ist wichtig – und Aufgeben keine Option“, lautete sein Appell. Die Einladung zu den „Festtagen in Siebenbürgen“ im August 2026 nahm das Plenum interessiert auf.

Die drei Teilnehmer aus der HOG Lenauheim (v.l.n.r.): Jürgen Griebel, Werner Griebel und Nikolaus Dornstauder (Foto: Dornstauder)

Turnusgemäß standen Wahlen an: Anita Maurer (HOG Schöndorf) wurde einstimmig zur HOG‑Sprecherin im Bundesvorstand wiedergewählt, Werner Griebel (HOG Lenauheim) zu ihrem Stellvertreter. Informationen zum Heimattag 2026 in Ulm rundeten den ersten Tag ab. Das Motto lautet „Heimat im Herzen – Zukunft prägen“.

Kulturmanager Sergiu Dema stellte Hatzfeld als identitätsstiftenden Ort für kommende Generationen vor. Museen, Gedenkstätten und kulturelles Erbe zeigten eindrucksvoll, wie präsent die Geschichte der Banater Schwaben geblieben ist.

Die Deutsche Banater Jugend‑ und Trachtengruppe (DBJT) präsentierte ihre Arbeitsgemeinschaften. Vorsitzender Patrick Polling stellte kommende Termine vor, während Elvine Muth das neue Buchprojekt der AG Tracht „Sonntagsgewand – Schnittmuster“ vorstellte.

Ein abwechslungsreiches Abendprogramm mit der „Kleinen Banater Blechmusik“ und Volkstänzen der DBJT setzte kulturelle Akzente.

Mit einem geistlichen Impuls führte Heimatpfarrer Paul Kollar in den zweiten Tag ein – ein neuer Programmpunkt, der auf große Zustimmung stieß. Der Kreisverband Augsburg sowie die HOG Perjamosch stellten ihre vielfältige Arbeit vor. Besonders die Feier entlang des schwäbischen Jahres in Augsburg und die 300‑Jahr‑Feier Perjamoschs 2025 und das dort errichtete Kunstwerk standen im Fokus.

In Bildern wurde die Tagung durch den Stellvertretenden Landesvorsitzenden Bayern Nikolaus Dornstauder festgehalten. Die Tagung zeigte eindrucksvoll die Vielfalt, Lebendigkeit und Zukunftsorientierung landsmannschaftlichen Wirkens.

Die nächste HOG‑Tagung findet am 13. und 14. März 2027 erneut in Frankenthal statt.