Der Friedhof und die Kirche in Lenauheim

Der Friedhof in Lenauheim ist ein konfessioneller Friedhof und wird somit von der katholischen Kirche verwaltet. Nach der Revolution, als die meisten Banater Schwaben aus Lenauheim wie auch aus anderen Ortschaften auswanderten, schrumpfte auch die katholische Kirchengemeinde Lenauheim immer mehr.

Das hatte zur Folge, dass mehrere Pfarreien der Umgebung zusammengeschlossen wurden und ein Pfarrer diese sogenannten Filialgemeinden verwaltet und seelsorgerisch betreut. Lenauheim gehört seitdem zur katholischen Pfarrei Lovrin und wird als solche von Lovrin aus verwaltet.

Im Ort selbst gibt es noch wenige deutsche katholische Gläubige, aber auch Katholiken aus der Moldau, die sich bereits vor Jahren in Lenauheim niedergelassen haben. Sie sind es, die die katholische Kirche besuchen und ihren Glauben hier leben. Mittlerweile kennen sich die Ausgewanderten und die heutigen Gläubigen und haben gelernt, den Glauben im Ort, in der Kirche und auf dem Friedhof gemeinsam und friedlich weiterzuführen.

Die Heimatortsgemeinschaft Lenauheim hat sich bereits vor der Revolution durch finanzielle Spenden ihrer Mitglieder am Erhalt der Kirche und des Friedhofes beteiligt. Dies wurde nach 1990 kontinuierlich fortgesetzt, sei es in Form einer Beteiligung oder durch die Übernahme ganzer Projekte an Kirche und Friedhof, über die zu gegebener Zeit in der Banater Post berichtet wurde.

Dieses Jahr hatten wir wieder ein wunderbares Konzert in der Kirche mit Dr. Franz Metz und seinen Musikerkollegen. Es war gut besucht, und die Musiker erhielten viel Applaus. Die Menschen aus dem Ort und der Umgebung wissen dies zu schätzen und besuchen die Veranstaltung sehr gerne.

Auf dem Friedhof gehen die Pflegearbeiten weiter. Familie Balla hat sich gut eingelebt und kommt ihren Pflichten nach. Es sei denn, es regnet einmal mehr oder es treten andere Umstände ein, dann werden die Mähintervalle etwas länger. Der Hauptweg ist auf den Rabatten mit Rosen eingesäumt und zeigt mit seinem alten, schönen, etwas holprigen Pflaster, eingerahmt von den renovierten Kreuzwegstationen, einen würdigen Weg zur Kapelle.

Die Heimatortsgemeinschaft Lenauheim finanziert diese Pflegearbeiten und die dafür nötigen Geräte durch die Spenden ihrer Mitglieder und Landsleute. Nur gemeinsam können wir es schaffen, die Ruhestätten unserer Ahnen in Ehren zu halten.

Grabstätte der Familie Bartole

Entlang der Mauer in Richtung Dorf befindet sich die letzte Ruhestätte der Familie Bartole. Es ist eine solide Gruft, auf der ein schwarzer Granitgedenkstein stand. Leider ist dieser bereits zum zweiten Mal umgefallen, vermutlich aufgrund mangelnder Stabilität. Da er dabei teilweise zerbrochen ist, haben wir entschieden, ihn wieder zusammenzufügen, zu kleben und auf die Gruft zu legen, damit er erhalten bleibt. Der Stein war bereits in den 1990er Jahren umgefallen und gebrochen. Damals entschied man sich ebenfalls, ihn zu kleben und wieder aufzustellen, was über lange Zeit gehalten hat.

Ein „Vergelt’s Gott“ und Danke an Kurt Ghinari und Raimund Aron aus Lenauheim. Sie haben den Grabstein des Notars Johann Bartole wieder zusammengebaut und auf der Gruft liegend befestigt. Es handelt sich um eine Spende der Handwerker, wofür sich die HOG Lenauheim e.V. herzlich bedankt.

Warum sind der Stein und die Gruft so wichtig? Hier haben besondere Menschen ihre letzte Ruhe gefunden. Johann Bartole war von 1892 bis 1922 Gemeindenotar, später Bankdirektor, einer der Initiatoren des Lenau-Denkmals vor dem Rathaus und hat noch vieles mehr für Csatád/Lenauheim getan. Die Familie wohnte unmittelbar neben der Kirche und hatte zwei Söhne. Der eine, Johann, starb im Kindesalter, der andere, Nikolaus, im besten Mannesalter.

Nikolaus war Doktor der Medizin und zuletzt in Sanktandres als beliebter Arzt tätig. Notar Bartole, der in seiner Zeit auch mehrfach von höheren Stellen ausgezeichnet wurde, starb im Jahre 1946, seine Frau Theresia folgte ihm im Jahre 1950. Somit ist die gesamte Familie heimgegangen und hat keine Nachkommen hinterlassen.

Dieses Familienschicksal hat die HOG Lenauheim bewegt, weiterhin die Ruhestätte zu erhalten, im Gedenken an Menschen, die für ihren Ort viel bewegt haben.

Im August wurde, wie jedes Jahr, die Friedhofskapelle ehrenamtlich gereinigt und gelüftet, die Altardecke gewaschen sowie die Teppiche gereinigt.

Das sind nur einige Beispiele unserer Zusammenarbeit, die wir uns als Heimatortsgemeinschaft auf die Fahne geschrieben haben.

Gerne kann jeder bei ähnlichen Projekten mitmachen. Alle sind herzlich willkommen!